Biogas Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Gärwert

 

GÄRWERT - GÄRprodukte ökologisch optimiert und WERTorientiert aufbereiten und vermarkten.

In Regionen mit Nährstoffüberschüssen ist die Aufbereitung von Biogas-Gärprodukten und deren Vermarktung als Dünger eine interessante Lösung. Aber welche Kombination aus Biogasanlagentyp, Aufbereitungsverfahren und Abnehmergruppe ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht am sinnvollsten? Diese Frage hat ein Forscherteam, mit Wissenschaftlern aus der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, die Technische Universität Berlin, die Universität Hohenheim und das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) systematisch beantwortet. Ziel des Konsortiums war es zudem, vielversprechende Vermarktungsstrategien für die verschiedenen Gärprodukte zu entwickeln.

Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Gärrückstände aus Biogasanlagen sind wertvolle organische Dünger und kommen derzeit überwiegend unbehandelt in der Landwirtschaft zum Einsatz. Immer mehr Betreiber von Biogasanlagen können ihre Gärprodukte jedoch nicht mehr anlagennah ausbringen. So befinden sich viele Anlagen in Veredelungsregionen, in denen ohnehin schon ein Nährstoffüberschuss besteht. Nicht-landwirtschaftliche Betreiber besitzen in der Regel keine eigenen Ausbringungsflächen. Und auch die wachsende Zahl an Biomethananlagen kauft meistens Substrate zu und hat damit mehr Gärprodukte als eigene Flächen.  

Mit geeigneten Aufbereitungsverfahren könnte man aus diesen Gärprodukten wertvolle transport‐ und handelsfähige Dünger erzeugen. Das durch Wasserentzug erreichte geringere Volumen würde zudem eine längerfristige Lagerung ermöglichen und so zu einer Reduzierung der Gärprodukt‐„Düngung“ im Herbst beitragen. Des Weiteren hat sich im Zuge der novelierten Düngeverordnung das zeitliche Ausbringungsfenster und die zulässige Ausbringungsmenge für Wirtschaftsdünger verringert, was die Situation zusätzlich verschärft.

Das Team um die Hochschule Nürtingen-Geislingen hat nun in dem umfassenden Projekt alle Parameter für eine optimale Gärproduktaufbereitung und –vermarktung ermittelt. Noch setzt erst 1 Prozent der Biogasanlagenbetreiber in Deutschland auf verschiedene Aufbereitungs- und Marketingstrategien, die Potenziale in diesem Bereich sind hoch.

Die Forscher führten empirische Marktuntersuchungen durch, bewerteten Aufbereitungsverfahren technisch und erhoben Energieverbrauchs‐ und Kostendaten von Biogas- und Aufbereitungsanlagen. Außerdem standen Feld‐ und Gefäßversuche zur Düngewirkung, Emissionsmessungen und die Berechnung von Treibhausgas‐Bilanzen auf dem Programm. Die ermittelten Daten ermöglichen eine ganzheitliche ökonomische wie ökologische Bewertung der verschiedenen Verfahren und Vermarktungsstrategien.

Die Untersuchung zeigte einen großen Einfluss der bisherigen Wärmenutzung auf die ökologische und ökonomische Bilanz. Wird die Wärme bisher nicht genutzt, stellen sich die Bilanzen zumeist positiv dar. Muss für die Aufbereitung hingegen Wärme zugekauft werden oder kommt es gar zu einer Verdrängung bisheriger Wärmesenken, kehrt sich die ökonmische und ökologische Bilanz oftmals ins Negative.

Privatgärtner wurden als vielversprechende Kundengruppe außerhalb der Landwirtschaft identifiziert. Sie bevorzugen z.T. Eigenschaften wie ‚torffrei‘ und ‚aus nachwachsenden Rohstoffen‘, die durch Gärprodukte erfüllt werden.

Der Abschlussberichte finden sich  in der FNR-Projektdatenbank unter dem Suchwort GÄRWERT und unter den Förderkennzeichen 22402312, 22401913, 22402113 und 22402213.

 
Energie- und Klimafonds

FÖRDERSCHWERPUNKTE
IM ENERGIE- UND KLIMAFONDS

 
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
 
 
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