Biogas Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Gärprodukte

 

Düngen mit Gärprodukten

Die rund 9.000 Biogasanlagen in Deutschland erzeugen aktuell ca. 82 Millionen Tonnen Gärprodukte pro Jahr. Das macht einem Anteil von ca. 28 % des Wirtschaftsdüngeraufkommens aus. Folglich helfen Gärprodukte, Nährstoffkreisläufe zu schließen und mineralische Düngemittel und damit auch Treibhausgas-Emissionen einzusparen. Biogasanlagen verwerten vorzugsweise feuchte, organische Substanzen zu multifunktionalem Biogas und Gärprodukten. Letztere leisten ebenso wie traditionelle organische Düngemittel einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Neben der reinen Düngewirkung der Nährstoffe bieten sie organische Bestandteile, die dem Erhalt und Aufbau des Humus im Boden dienen. Humus wiederum verbessert die Nährstoff- und Wasserhaltefähigkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen und trägt somit zur Verbesserung der Nährstoffausnutzung und der Abmilderung von Dürreperioden bei. Darüber hinaus wirkt die Vergärung hygienisierend auf die Gärsubstrate, indem sie potenzielle Krankheitserreger und keimfähige Unkrautsamen reduziert.

Standorte der Biogasanlagen in Deutschland, Quelle: Daniel-Gromke, J., et al. (2017) Anlagenbestand Biogas und Biomethan: Biogaserzeugung und Nutzung in Deutschland. (DBFZ-Report, 30)
 

Vermarktungsstrategien

Biogasanlagen eröffnen die Möglichkeit, Gärprodukte auf unterschiedlichste Weise aufzuarbeiten. Bei hofnaher, landwirtschaftlicher Ausbringung ist die Gärproduktaufbereitung nur bedingt attraktiv, denn die Aufbereitungsverfahren sind in der Regel kapital- und personalintensiv. Für Betriebe und Regionen mit hohem Wirtschaftsdüngerangebot bieten sich jedoch weiterverarbeitende Verfahren an, um die Gärdünger transportwürdig zu machen und das Nährstoffüberangebot in Bedarfsregionen umzuleiten. Zudem eröffnen sich mit der Weiterentwicklung der Aufbereitungsverfahren neue, hochpreisige und gesellschaftlich gewünschte Anwendungsgebiete für Gärprodukte, wie z. B. als Torfersatz in Pflanzerden oder als pelletierter Gartendünger für den Hobbybereich. Ferner können aufbereitete Gärprodukte auch abseits der pflanzenbaulichen Verwertung genutzt werden.

Grundwasserkörper in schlechtem Zustand bezüglich Nitrat, Quelle: Umwelt Bundesamt 2017
 

Forschung und Entwicklung

Den aktuellen Stand des Wissens trägt die FNR regelmäßig im Zuge der Veranstaltung „Pflanzenbauliche Verwertung von Gärrückständen aus Biogasanlagen“ zusammen. Die Vorträge und Tagungsbände können Sie auf der Veranstaltungswebseite einsehen.

Zudem finden Sie in dem Projektverzeichnis der FNR Berichte und Projektbeschreibungen von abgeschlossenen und aktuell laufenden Forschungsvorhaben, anbei eine kleine Auswahl:

GÄRWERT, Verbundvorhaben: GÄRprodukte ökologisch optimiert und WERTorientiert aufbereiten und vermarkten

  • Teilvorhaben 1: Angebots- und Nachfrageforschung, Kostenkalkulationen, Pflanzenverträglichkeit und Düngewirkung, FKZ: 22402312
  • Teilvorhaben 2: Großtechnische Messdatenerfassung und -evaluation unterschiedlicher Gärrestaufbereitungsverfahren, FKZ: 22401913
  • Teilvorhaben 3: Düngungsversuche und Charakterisierung der Aufbereitungsprodukte aus pflanzenbaulicher Sicht, FKZ: 22402113 
  • Teilvorhaben 4: Energie- und Treibhausgasbilanzen, FKZ: 22402213

BIOGAS-SANITATION, Verbundvorhaben: Einfluss der landwirtschaftlichen Biogaserzeugung auf die Qualität von Gärresten: Bewertung des Einflusses des Biogasprozesses auf die Inaktivierung von Erregern von Bestanderkrankungen

Wildpflanzen-Samen in der Biogas-Prozesskette, Verbundvorhaben: Eintrags- und Überlebensrisiko unter dem Einfluss von Prozessparametern 

GÄKoStiNi - Analyse der Gärrestwirkung auf den Kohlenstoff- und Stickstoffhaushalt in Böden unter besonderer Berücksichtigung des Nitrataustrages ins Grundwasser, FKZ: 22401512

Optimiertes Substratmanagement und Einfluss von Gärrestzusammensetzung auf den Boden-Stickstoff- und den Boden-Humushaushalt, FKZ: 22402412 

InterDigSoil - Nachhaltige Verwertung innovativer Gärprodukte, FKZ 22402214 

 

Förderaufruf

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) begleitet die Entwicklung der Gärproduktverwertung mit einem aktuellen Aufruf zu innovativen und nachhaltigen Verwertungskonzepten. Der Förderaufruf „Innovativ und wirtschaftlich: Nachhaltige Aufbereitung und Verwertung von Gärrückständen“ steht hier zur Verfügung. Projektvorschläge können bis zum 18.12.2018 bei der FNR eingereicht werden.

 
Broschüre "Gewässerschutz mit nachwachsenden Rohstoffen"
Broschüre "Düngen mit Gärprodukten"
Tagungsband zur Veranstaltung "Pflanzenbauliche Verwertung von Gärrückständen aus Biogasanlagen" 2018
 
Energie- und Klimafonds

FÖRDERSCHWERPUNKTE
IM ENERGIE- UND KLIMAFONDS

 
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
 
 
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